Suter: „Wir sind heiss auf das Finale“

02.02.2016

Der Stürmer Pius Suter (19) ist in seiner Rookie-Saison bei den ZSC Lions voll durchgestartet. Nach 37 Spielen hat er schon 12 Tore und 9 Assist auf seinem Konto und mit dem Cupfinal am 3. Februar gegen den Lausanne HC steht er vor einem ersten Karrierehöhepunkt.

Wir sprachen mit dem Youngster über seine zwei Jahre in Kanada und seine Rückkehr als Profi in der Schweiz.

Pius Suter, mit knapp 16 haben Sie sich entschieden die Schweiz zu verlassen und nach Nordamerika zum OHL-Team Guelph Storm zu wechseln. Haben Sie sich mit Ihrer Familie abgesprochen oder war es Ihr Entscheid?
Ich habe den Entscheid selber gefällt und meine Familie hat mich dabei unterstützt. Ich wollte neue Erfahrungen sammeln und da schien mir der Wechsel nach Kanada die richtige Herausforderung.

Und hat sich der Wechsel gelohnt?
Absolut. Ich habe dort viel gelernt, nicht nur auf dem Eis sondern auch abseits davon. Es hat enorm Spass gemacht. Ich entdeckte viel Neues, wir hatten einen Zuschauerdurchschnitt von 4500 und auch das Interesse der Medien war enorm. Es war eine andere Welt gegenüber dem Junioren-Hockey in der Schweiz.

Dann kehrten Sie in die Organisation der Lions zurück. Wie wurden Sie aufgenommen?
Ich wurde sehr gut aufgenommen. Es wird einem ja relativ einfach gemacht mit den vielen jungen Spielern im Team. Dazu hatte ich mit einigen wie beispielsweise Denis Malgin bereits in den Junioren-Nationalmannschaften gespielt. Meine Integration verlief problemlos.

Es hat viele überrascht, dass Sie sich gleich einen Stammplatz in einem Spitzenteam wie den ZSC Lions erkämpfen konnten. Wo sehen Sie die Gründe dafür?
Dafür gibt es diverse. Sicherlich meine Leistungen in den Trainings, in denen ich versucht habe mich aufzudrängen. Ich erhielt meine Chance in den Testspielen und erwischte einen guten Saisonstart. Ich bestritt auch eine Partie in der NLB mit den GCK Lions. Crawford scheut sich nicht den jungen viel Verantwortung und viel Eiszeit zu geben und ich habe meine Chance gepackt, aber meine Entwicklung ist noch lange nicht abgeschlossen.

Bei Ihrer Rückkehr in die Schweiz haben Sie auch einen neuen Wettbewerb entdeckt, den Swiss Ice Hockey Cup. Ihre Meinung dazu?
Ich finde den Cup sehr interessant, vor allem in den ersten Runden machte es enorm Spass, wir bestritten ein Spiel in Chur, das zu einem richtigen Eishockeyfest wurde. In der Halle herrschte eine Superstimmung. Ich bin mir sicher, dass sich der Cup in den nächsten Jahren etablieren und immer wichtiger werden wird. Der Cup ist eine gelungene Sache.

Und mit den ZSC Lions haben Sie es gleich im ersten Anlauf in den Final geschafft, auch wenn ihr auswärts antreten müsst, weil das Hallenstadion besetzt ist. Gegen den LHC gab es diese Saison nur enge Spiele. Wird diese Partie eine richtige Knacknuss?
Klar ist es schade, dass wir nicht vor unseren Fans antreten können, aber wir wollen trotzdem unsere Chance packen und den Cup gewinnen. Es ist ja nicht selbstverständlich im Finale zu stehen. Ich erwarte eine volle Halle in Lausanne, wo die Fans immer besonders heiss sind und ihre Mannschaft lautstark unterstützen. Die Mannschaft von Heinz Ehlers hat ein klares Spielsystem und ist ein unangenehmer Gegner. Während 60 Minuten oder mehr wird man uns nicht schenken. Wir sind für diese Herausforderung bereit und heiss auf das Finale.

Im Juni findet der alljährliche NHL-Draft statt, wo Sie realistische Chancen haben von einer NHL-Organisation gezogen zu werden. Haben Sie ein Lieblingsteam in der NHL?
Ich habe kein Lieblingsteam in der NHL. Im Moment ist der Draft noch weit weg. Sicherlich wäre die NHL ein Traum für mich, doch jetzt konzentriere ich mich voll auf meine Saison mit den ZSC Lions, wo ich meinen Stammplatz behalten und noch eine grössere Rolle in der Zukunft übernehmen will.

Von Maurizio Urech