Noch einmal volles Haus für Stephan Moser

18.09.2015

Kleinere Vereine dürfen gegen grössere Nachbaren spielen – das ist der Sinn des Schweizer Cups. Vielleicht am besten getroffen hat es die Partie zwischen dem EHC Burgdorf und Langnau. Beim Erstliga-Team war die Vorfreude schon Wochen vor der Partie riesig. Besonders bei einem der Spieler.

Es ist der Volltreffer schlechthin für den EHC Burgdorf: Im Schweizer Eishockey-Cup werden sie am 29. September die SCL Tigers empfangen. Ein grosses Fest ist geplant, die Tickets waren schon in kürzester Zeit verkauft. Und auch wenn sportlich für den EHCB nicht einmal die kleinsten Chancen auf einen Sieg bestehen, wird dieser Abend einer der grössten Erfolge in dieser Saison bleiben. Für einen Spieler ist diese Partie aber gleich aus mehreren Gründen speziell. Der ehemalige Eishockeyprofi Stephan Moser spielt bei den Burgdorfern und wird gegen die SCL Tigers auf seinen Heimatclub treffen. Nach einem Jahr ausserhalb des Profibetriebs, ist es zudem fast wie eine Rückkehr auf sein früheres Niveau. Eine spezielle Gelegenheit, sich noch einmal mit den Grossen im Eishockeygeschäft zu messen. Schon im Vorfeld der Auslosung habe er sich entweder Langnau oder Bern erhofft, sagt der 29-Jährige. „Gegen Bern hätte ich gegen meinen Bruder (Anm. d. Red.: Simon Moser) spielen können. Jetzt ist es mein Heimatverein. Da freue ich mich sehr.“

Eine grosse Sache
Für ihn erfülle diese Partie exakt den Sinn des Cups. Dem kleinen Erstliga-Verein werde die Möglichkeit gegeben, gegen den grossen regionalen Nachbarn zu spielen. „Die Menschen im Emmental freuen sich darauf. Ich bin schon mehrmals darauf angesprochen worden, die Vorfreude ist gross“, sagt der grossgewachsene, kräftige Stürmer. Das sei auch intern so. Sportchef, Präsident und Trainer würden schon froher Erwartung auf dieses Datum blicken, denn dem Club werde dieses Spiel gut tun. „Das ist eine grosse Sache für uns. Volles Haus, ein NLA-Gegner und ein spezielles Spiel. Deshalb wollen wir auch ein möglichst gutes Resultat erzielen“, sagt der EHCB-Stürmer. Ein Resultat tippen, wolle er aber nicht. Chancen rechne er sich nämlich kaum aus. „Den Unterschied wird man beim Tempo sicherlich bemerken. Auch die Technik und die Genauigkeit der Pässe ist viel besser bei einem NLA-Club“, so Moser weiter. Immerhin seien die Langnauer alle Profis, während beim EHCB nur Amateure im Einsatz stehen. „Wir werden aber versuchen, möglichst wenig Fehler zu machen. Leider können wir nicht wie im Fussball mit elf Mann den eigenen Strafraum verteidigen“, sagt er mit einem Lachen.

Etwas könnte dieses Unterfangen aber schwierig machen. Der EHC Burgdorf verfügt über ein junges Team, welches erstmals vor vollen Rängen spielen wird. „Vielleicht sind dann schon einige etwas nervös“, sagt Moser. Er selber kenne diese Situation, volle Zuschauerränge würden ihn eher pushen als nervös machen. „Die Freude, noch einmal vor einem ausverkauften Stadion zu spielen, überwiegt die Nervosität ganz deutlich.“

Tolle Zeit im Eishockey verbracht
Für Moser ist Langnau also ein Volltreffer. Zugleich hätte aber auch nicht wirklich viel gefehlt, dass er gegen den SC Bern und damit seinen Bruder Simon antreten dürfte. Gegen den SCB wird nämlich sein ehemaliger Arbeitgeber, der SC Langenthal antreten. Moser erhielt nach der vorletzten Saison keinen Vertrag mehr und wechselte deshalb in die erste Liga. „Ich habe diesen Beruf 10 Jahre ausführen dürfen. Da schaue ich gerne zurück, denn ich hatte eine tolle Zeit“, sagt der 29-Jährige. Dass er jetzt wieder einer Arbeit mit geregelten Arbeitszeiten nachgehen muss, sei aber kein Problem für ihn, nachtrauern würde er der Eishockey-Zeit deshalb nicht. „Es brauchte in bisschen Umstellungszeit, aber es passt mir gut“, erklärt Moser. Er sei zufrieden, dass der Wechsel ins zweite Berufsleben etwas früher erfolgt sei, auch wenn er gerne in Langenthal geblieben wäre. „Ich habe Freude, dass ich noch in der ersten Liga spielen kann. Wir haben ein gutes Team und es macht mir Spass“, so Stephan Moser weiter.

Und der Spass dürfte gerade gegen Langnau umso grösser sein. Eine „Brause“ mit vielen Gegentoren wolle er so gut wie möglich verhindern, wer mit ihm spricht, weiss aber, dass er diese Partie dennoch geniessen wird. „Ich kenne noch einige Spieler. Die beiden Moggis, Tobias Bucher. Und mit Adrian Gerber und Lukas Haas habe ich sogar noch in den Junioren und in der ersten Mannschaft zusammengespielt“, erinnert sich Moser. Das Wiedersehen werde aber nicht allzu freundschaftlich verlaufen. „Schonen werden wir sie nicht“, sagt Moser und lacht. Gefordert werden höchstwahrscheinlich aber vor allem die Burgdorfer.