Simon Moser: „Wir wollen unseren Titel verteidigen!“

14.12.2015

Der SCB-Stürmer Simon Moser kehrte letztes Jahr nach einem Jahr in Nordamerika mit sechs Spielen in der NHL mit den Nashville Predators und 48 mit den Milwaukee Admirals in der AHL in die Schweiz zurück.

Bisher stand seine Rückkehr unter keinem guten Stern. Letzte Saison hatte er lange mit einer Verletzung zu kämpfen und dieses Jahr steht er mit dem SC Bern mitten im Strichkampf. So hatte er es sich wohl nicht vorgestellt.

Simon Moser, wenn wir ein Jahr zurückblenden, dann erinnern wir uns an ein hochemotionales Halbfinale gegen die ZSC Lions mit dazugehörenden Polemiken. Dürfen die Fans am 6. Januar eine ähnliche Partie erwarten?
Die Ausgangslage ist ganz anders. Die ZSC Lions sind der klare Leader in der NLA, wir sind immer noch im Strichkampf involviert. Aber wir werden versuchen über den Kampf auch diesmal das bessere Ende für uns zu behalten.

Ist es eine ungewohnte Situation für euch als Aussenseiter in dieses Halbfinale zu steigen?
Ja und nein. Die ZSC Lions spielen schon seit Jahre vorne mit, haben eine tolle Mannschaft und daher gehen sie zurecht als Favoriten in diese Partie. Sie haben sehr gute Einzelspieler, Schweizer und Ausländer und dies auf vier Linien verteilt – ein guter Mix aus jungen und erfahrenen Spielern.

Für viel Gesprächsstoff sorgte auch die Nominierung von Patrick Fischer als neuen Nationaltrainer mit den Assistenten Felix Hollenstein und Reto Von Arx. Was ist Ihre Meinung zum neuen Trio?
Persönlich habe ich erst mit Fischer und Hollenstein gearbeitet, mit von Arx noch nie. Ich denke man hat richtig entschieden und ich freue mich über das Aufgebot für die Arosa Challenge.

Ein eventuelles Aufgebot für die WM könnte eventuell auch Nordamerika wieder zu einem Thema für Sie machen. Oder ist dies nicht mehr aktuell?
Total abgehakt habe ich dieses Thema noch nicht. Ich versuche in jedem Spiel mein Bestes zu geben. Falls ich die Chance erhalten sollte an der WM teilzunehmen, würde ich alles versuchen um mich über meine Leistungen wieder zu empfehlen. Aber zuerst gilt mein Fokus dem SCB.

Nach einem Trainerwechsel sagt man die Spieler hätten Ihren Joker gespielt, trotzdem konntet ihr euch noch nicht aus dem Strickkampf befreien. Wo liegen die Gründe dafür?
Ich glaube unser grösstes Problem ist, dass wir unsicher sind. Uns fehlt das absolute Selbstvertrauen. Nach einem Fehler kehrt die Unsicherheit sofort zurück. Wir sind in einer Negativspirale, aber ich glaube nicht, dass wir die einzige grosse Mannschaft sind, die in dieser Situation ist und jetzt geht es nur über den Kampf. Der Trainerwechsel hat uns sicher etwas gebracht, aber jetzt liegt es an Spielern, den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Wir stehen in der Verantwortung. Der Cup bietet uns die grosse Chance auf einen Befreiungsschlag.

Von Maurizio Urech