Kuonen und Reuille vor Duell mit Ex-Clubs

21.10.2015

Das Interview vor dem Cupknüller. Wenn am 27. Oktober im Rahmen des Achtelfinals des Swiss Ice Hockey Cup in der Diners Club Arena der SC Rapperswil-Jona Lakers den HC Lugano empfängt, wird diese Paarung für zwei Spieler etwas ganz Besonderes sein.

Routinier Sébastien Reuille beim HC Lugano trug während sechs Saisons das Trikots der Lakers und Raphael Kuonen begann die letzte Saison mit den Bianconeri um am Schluss der Saison mit den Lakers die bittere Pille des Abstiegs schlucken musste. Wir haben uns mit beiden vor den Cupknüller unterhalten.

Raphael Kuonen, wie empfanden Sie den Saisonstart in der National League B? Persönlich müssten Sie zufrieden sein.
Kuonen: Der Start in die neue Saison ist mir effektiv geglückt, aber natürlich sind wir erst am Anfang. Jetzt gilt es diese Leistungen über eine längere Zeit zu bestätigen und konstant auf diesem Niveau zu bleiben. Dies gilt auch für uns als Mannschaft. Nicht immer sind wir über die gesamte Spielzeit konstant in unserem Spiel.

Letztes Jahr unter Eldebrink hattet ihr eine skandinavisches Spielsystem, unter Tomlinson eine nordamerikanische Philosophie mit zwei jungen Ausländern aus Übersee. Ist dies ein grosser Unterschied?
Kuonen: Wie schon gesagt unser junges Team steckt noch in einem Lernprozess und wir müssen lernen das neue System umzusetzen, aber der Unterschied ist markant. Wir spielen mit mehr Zug nach vorne und suchen auch direkter den Weg zum gegnerischen Tor. Persönlich glaube ich, dass uns diese offensive Ausrichtung besser liegt.

Drehen das Rad der Zeit ein Jahr zurück als Sie von Lugano verpflichtet wurden. Welche Erinnerungen haben Sie?
Kuonen: Wenn ich an die Zeit in Lugano zurückdenke, habe ich gemischte Gefühle. Ich hatte ein gutes Sommertraining, dann erhielt ich die Chance nach Schweden für ein Spezialtraining zu reisen, dies schien mir eine gute Entscheidung langfristig gesehen, aber kurzfristig war dies dann nicht so. Als ich nach Lugano zurückkehrte, spielte die Mannschaft erfolgreicher und die Linien waren fix. Ich versuchte mich zwei, drei Wochen lang im Training wieder aufzudrängen. Dann wurde ich an Gottéron ausgeliehen, wo ich im vierten Block zum Einsatz kam und viel lernen konnte. Dann folgte der Transfer nach Rapperswil mit dem unbefriedigendem Abschluss und dem Abstieg aus der NLA. Es war ein turbulentes Jahr.

Jetzt kommt es am 27. Oktober zum Wiedersehen mit den Bianconeri. Zeit für Revanche?
Kuonen: Es ist eine interessante Konstellation. Natürlich werde ich voll motiviert in dieses Spiel steigen. Lugano hat sich mir gegenüber fair verhalten, ich habe keine persönlichen Ressentiments, es geht nur ums sportliche. Wir werden hoffentlich vor einem vollen Haus spielen können und wir wollen unseren Fans ein einmaliges Erlebnis bieten und werden alles daran setzen die Überraschung zu schaffen und die Bianconeri aus dem Cup zu werfen. An den spielfreien Tagen habe ich mir bereits zwei Spiele des HC Lugano angesehen. Ich freue mich jetzt schon auf dieses Duell.

Sébastien Reuille, sechs Spielzeiten im Dress der Lakers vergisst man nicht so schnell. Das Cupspiel wird gewiss eine spezielle Partie für Sie?
Reuille: Das ist genau so, umso mehr als Rappi ja nicht mehr in der NLA spielt. Persönlich habe ich mich dort immer wohl gefühlt und eine Cuppartie ist besonders reizvoll.

Von den aktuellen Spielern im Kader der Lakers haben Sie bei Ihrer Zeit in Rapperswil wohl nur mit Geyer zusammengespielt.
Reuille: Geyer gehört schon zum Inventar in Rappi. Wir haben das gleiche Alter und haben schon zusammen in der Junioren-Nationalmannschaft gespielt. Wir waren auch fast Nachbarn und kennen uns daher sehr gut, doch er ist nicht der einzige, auch Antonio Rizzello zählte zu meinen Mannschaftskameraden.

Von den vielen Erinnerungen an die Zeit in Rapperswil, welche sind Ihnen geblieben?
Reuille: Vor allem die ersten drei Jahre waren sehr schön. Wir haben uns für die Playoffs qualifiziert und spielten vor vollen Rängen, eine spezielle Geschichte. 2002/03 waren wir eigentlich schon in den Ferien, denn wir hatten die Saison auf dem 9. Platz hinter Gottéron abgeschlossen, doch die Freiburger hatten einen nicht qualifizierten Spieler eingesetzt und wurden mit einem Punkteabzug bestraft. Wir kehrten aus den Ferien zurück und spielten die Playoffs gegen die ZSC Lions und schafften im 5. Spiel das Break und führten mit 3:2. Leider verloren wir die sechste Partie, nachdem wir in Führung lagen und die Lions gewannen auch die siebte Partie mit 2:0 im Hallenstadion.

Kehren wir zur Aktualität zurück. Ihr seid in der Favoritenrolle für das Cupspiel, aber die Lakers sind ein durchaus ernstzunehmender Gegner.
Reuille: Absolut. Sie haben nichts zu verlieren und können frisch von der Leber aufspielen. Schon in der ersten Runde in Winterthur haben wir gesehen wie uns diese Teams das Leben schwer machen können. Die Lakers haben ein gutes Kader und sind ein B-Spitzenteam. Wir müssen auf der Hut sein.

Von Maurizio Urech