Wunder, Pannen und Emotionen

07.03.2016

Wunder, Pannen und Emotionen

Das Wunder von Dübendorf
In der ersten Runde kam es auf der Kunsteisbahn im Chreis zum Duell des Erstligisten EHC Dübendorf gegen den Meister HC Davos. Heute kann man bekanntlich auf jeden Sportevent wetten und vor dieser Partie konnte man logischerweise kaum etwas gewinnen, wenn man auf einen Sieg des Favoriten setzte, während schon ein Unentschieden nach 60 Minuten einen schönen Zustupf brachte. Es ist kaum anzunehmen, dass jemand so verwegen war auf einen Sieg von Dübi zu wetten, doch für jene, die es taten, dürfte es sich gelohnt haben.


Schon im Startdrittel zeigte der Aussenseiter keinen Respekt vor dem Favoriten und ging dank einem frühen und einem späten Tor mit einer 2:1-Führung in die erste Pause. Vehement war die Reaktion des Favoriten im Mitteldrittel, dank Jörg und Aeschlimann drehte man die Partie innert fünf Minuten, doch David schlug zurück und glich zum 3:3 aus ehe 12 Sekunden vor Ende des Mitteldrittels Aeschlimann mit seinem zweiten Tor den HCD wieder in Front brachte.


Im dritten Spielabschnitt schien der Schweizer Meister alles unter Kontrolle zu haben, auch wenn man zwei Powerplays nicht ausnützen konnte. Dann kassierte der HCD eine Strafe wegen eines unkorrektem Spielerwechsels und die Zuschauer pushten ihr Team nach vorne „Dü-bä-Dorf  Dü-bä-Dorf!“ hallte es von den Rängen und fünf Sekunden vor Ablauf der Strafe stand Guidotti richtig und schoss den 4:4-Ausgleich in der 57. Minute und damit wurde die Entscheidung vertagt. Es kam zur Verlängerung.


Und dort passierte das Undenkbare. Reichart schoss den Erstligisten in der 63. Minute ins Achtelfinale und brachte die altehrwürdige Eisbahn endgültig zum Beben. Mit Fug und Recht lautete die Schlagzeile in den Medien „Das Wunder von Dübendorf“.

 

Pleiten, Pech und Pannen zum Ersten
In den Achtelfinals kam es in Rapperswil-Jona zum Duell zwischen den eben erst abgestiegenen SCRJ Lakers und dem HC Lugano.


Giovanni Morini (20), letzte Saison der Kapitän der Elite-Junioren, hatte sich dank starken Leistungen einen Stammplatz im Starensemble des HC Lugano erkämpft. Nach dem Debut im Cup gegen den EHC Winterthur war dies sein zweites Spiel und er wird dieses nicht so schnell vergessen. Es brachte ihm den Pechvogel-Preis des Jahres ein.


Nach 40 Minuten stand es 1:1 unentschieden. Das Spiel stand auf des Messers Schneide, Kuonen brachte die Lakers im Powerplay mit 2:1 in Führung. In der 46. Minute war eine Strafe gegen die Lakers angezeigt, Torhüter Stefan Müller verliess seinen Kasten, Morini übernahm die Scheibe und wollte mit einem Rückpass an die blaue Linie den eigenen Verteidiger bedienen. Der jedoch stand nicht da und via Bande landete die Scheibe im eigenen Tor zum 3:1. Kleiner Trost für Morini, auch einem NHL-Superstar wie Patrick Kane passierte das gleiche Missgeschick. Nehmen wir dies daher als gutes Omen für die Karriere des jungen Stürmers.

 

Pleiten, Pech und Pannen zum Zweiten
Zwei Tage später wurden die Partien der Viertelfinals ausgelost und als erstes Team wurde der HC Fribourg-Gottéron gezogen. Gottéron hätte ein Heimspiel gegen den SCB gehabt, nur dumm das Gottéron am Vorabend nach einer 1:2-Niederlage gegen Lausanne aus dem Cup ausgeschieden war. Weder die Moderatorin noch „Mister Cup“ Willi Vögtlin oder der Notar bemerkten den Fehler und fuhren mit der Auslosung weiter. Erst beim letzten Los als anstatt des EHC Visp die ZSC Lions gezogen wurden, bemerkte man den Fehler und die Auslosung musste verschoben werden und wurde später nachgeholt. Vögtlin entschuldigte sich für seinen Faux-pas: „Ich habe gestern den falschen Zettel erwischt, es tut mir leid.“


Immerhin wurde das Ganze allerseits mit viel Humor aufgenommen. SCB-Boss Marc Lüthi stellte auf Twitter ein Bild mit dem Emblem von Real Madrid ins Netz und auch die Swiss Ice Hockey Federation zeigte sich in den sozialen Medien versöhnlich-amüsiert über die wohl legendärste Auslosung ihrer Geschichte.

 

Premiere auf Schweizer Eis
Im Viertelfinal kam es in der Litternahalle zum Duell zwischen dem EHC Visp und dem SC Bern. Erstmals in der Geschichte des Schweizer Eishockeys wurden dabei während eines Spiels bei Schiedsrichter Dany Kurmann, bei vier Spielern des EHC Visp (Wollgast, Altorfer, Alihodzic und Schmutz) und zwei des SC Bern (Blum und A. Berger) diverse Werte wie Herzfrequenz, Kalorienverbrauch und Anzahl Sprints gemessen.


Das Spiel selbst ging ins Penaltyschiessen. Leider lief kein Spieler, der ein Messgerät auf sich trug, an, so dass wir nicht wissen können, wie hoch die Herzfrequenz der Spieler während dieser entscheidenden Phase war. Die ersten acht Schützen scheiterten, auch die Stars des SCB wie Roy, Conacher und Bergenheim. Als neunter lief Luca Hischier an, der aus der Juniorenbewegung des EHC Visp stammt und letzte Saison 32 Spiele für Visp bestritt. Ausgerechnet der Walliser im Dress des SCB bewahrte kühles Blut und schoss seinen Stammclub EHC Visp aus dem Wettbewerb.

Die Fans dürfen sich jetzt schon ab September auf einen neuen Wettbewerb mit noch mehr Aktion und Drama freuen. Der Cup rockt!

 

Von Maurizio Urech