Martin Plüss und die Rivalität mit dem ZSC

25.12.2015

Der Routinier Martin Plüss gewann als junger Spieler zwei Meistertitel mit dem EHC Kloten, auch wenn damals noch nicht als Starspieler. Insgesamt trug er während zehn Jahren das Trikot der Flughafenstädter und hat somit spezielle Gefühle, auch wenn er im Berner Trikot gegen die ZSC Lions spielt wie schon vor einem Jahr im Cup-Halbfinale.

Bald spielt der SCB im Halbfinale gegen die ZSC Lions. Was dürfen die Fans erwarten?
Beim letztjährigen Halbfinale gegen die Lions, das kurz vor Schluss durch einen Treffer von Gardner nach einer umstrittenen Strafe entschieden wurde, sah man, das beide Teams unbedingt ins Finale wollten. Es gibt keinen logischen Grund dafür, dass es diesmal nicht wieder ein enges Spiel wird. Die Lions wollen sich sicher für die letztjährige Niederlage revanchieren.

Stellen für Sie Spiele gegen die ZSC Lions immer noch etwas Spezielles dar als langjähriger Klotener?
Ich glaube die Rivalität hat gegenüber früher schon etwas abgenommen. Vor allem vor der Fusion des ZSC mit GC waren die Derbys etwas Spezielles. Jetzt seit der Fusion spürt man dies weniger.

Der SCB steht zum zweiten Mal nacheinander im Cup-Halbfinale. Ist der SCB eine typische Cup-Mannschaft?
Das kann ich so nicht unterschreiben. Das würde bedeuten, dass wir in der Meisterschaft weniger gut sind. Dieses Jahr stimmt es, letztes Jahr spielten wir aber vorne mit. Richtig ist, dass der Cup für den Klub eine Priorität ist. Letztes Jahr ging es um einen Treffer und man darf nie vergessen, dass es am Schluss um einen Titel geht.

Was ist ihre persönliche Meinung zur Wiedereinführung des Cups?
Man muss der ganzen Sache etwas Zeit geben. Für die grossen Klubs ist die erste Runde sicher schwierig. Aber für die 1.-Liga-Klubs ist es sicher eine tolle Sache, aber die NLA-Vereine können gegen Unterklassige nur verlieren und es gibt auch die Gefahr von Verletzungen. Persönlich finde ich es gut, dass es auch ein Preisgeld zu gewinnen gibt. Dies zeigt, dass es sich dabei um eine seriöse Sache handelt. Der Cup wird sich in den nächsten Jahren sicher weiterentwickeln. Ich stehe diesem Wettbewerb positiv gegenüber.

Wie Sie schon erwähnt haben läuft es dem SCB in der Meisterschaft gar nicht rund. Man ist immer noch mitten im Strichkampf trotz des Trainerwechsels. Wo liegen die Gründe dafür?
Die Liga ist sehr ausgeglichen. Es ist daher schwierig mehrere Spiele hintereinander zu gewinnen. Dazu fehlt uns einfach die nötige Konstanz. Wir haben auch gute Phasen, doch wir nutzen unsere Chancen nicht. Es wird ein ganz harter Kampf bis am Schluss, dies gilt für alle Teams, die im Strichkampf involviert sind. Die vielen Verletzten sind sicher ein Faktor. Man darf aber nicht vergessen, dass die Meisterschaft nicht ein Sprint ist, sondern ein Marathon.

Von Maurizio Urech