Luca Hischier: „Es gab schon den einen oder anderen blöden Spruch“

04.01.2016

Der 20-jährige Luca Hischier wechselte im Juniorenalter vom EHC Visp zum SC Bern. Im Cup-Viertelfinale erzielte er für den SC Bern ausgerechnet in Visp das Siegestor.

Bereits in der Saison 2013/14 kam der gebürtige Walliser zu vier Einsätzen mit der ersten Mannschaft, ehe er 2015/16 den definitiven Sprung schaffte und nun einen Stammplatz im Team besitzt. In der aktuellen Saison kam Hischier bisher auf ein Tor und fünf Assists in 27 Spielen.

Luca Hischier, Sie sind seit dieser Saison fester Bestandteil der ersten Mannschaft des SC Bern. Wie haben Sie sich ins Team integriert?
Ich hatte das Glück, dass es am Anfang der Saison ein paar Verletzte gab und ich so die Chance bekam, zu spielen. Im Training versuche ich immer mein Bestes zu geben. Es gab dann eine Zeit, als viele Verletzte zurückkamen und ich wieder überzählig war. Sobald aber der Trainer sagt, dass du aufgeboten wirst, dann versuchst du, mit bestmöglichen Leistungen zu überzeugen.

Momentan steht der SCB auf dem siebten Rang mit nur einem Punkt mehr im Vergleich zum Neuntplatzierten Ambri-Piotta, welches zudem zwei Spiele weniger bestritten hat. Wie gehen Sie aktuell mit dieser Situation in der Mannschaft um?
Wir dürfen uns gar nicht zu viele Gedanken machen. Der Fokus ist jetzt, jeden Match zu gewinnen. Wir wissen selber, dass wir blöd Punkte gegen Teams verloren haben, gegen die wir hätten gewinnen müssen – wie Ambri und Lausanne daheim. Wir haben zum Glück die Zuger auswärts geschlagen. Es geht jetzt um jedes Spiel, um möglichst weit von diesem Strich wegzukommen.

Was hat der Trainerwechsel von Guy Boucher zu Lars Leuenberger für Sie bei Ihrem Spiel verändert oder sogar bewirkt?
Systemmässig ist jetzt unter Lars sicherlich weniger vorgeschrieben, was einige Spieler lieber haben. Klar, es gilt keine Turnover oder Scheibenverluste zu kassieren, aber wenn man mal in den Ecken spielt, darf man auch was probieren.

Es bleiben noch 16 Spiele in der Meisterschaft zu spielen. Was sind die Ziele des SCB in der verbleibenden Phase bis zu den Playoffs?
Unser Ziel ist sicher, von diesem Strich wegzukommen und gute Leistungen zu zeigen. Die Playoffs müssen wir einfach schaffen, keine Frage. Danach ist wieder alles offen. Jetzt dürfen wir nicht zu weit voraus schauen, sondern müssen uns von Spiel zu Spiel verbessern.

Wir erinnern uns an das Cup-Viertelfinalspiel gegen den EHC Visp, als Sie den entscheidenden Penalty zum 3:2-Sieg sauber versenkt haben. Es ist bestimmt ein sehr spezieller Moment gegen seinen Jugendclub zu treffen. Wie haben Ihre Familie und Freunde aus dem Wallis darauf reagiert?
Es war sehr speziell. Es gab schon den einen oder anderen blöden Spruch. Familie und Verwandte haben sich aber auch für das Team gefreut, obwohl sie auch Visp-Fans sind. Im Grossen und Ganzen haben sie sich aber für mich mitgefreut.

Am 6. Januar 2016 kommt es in der PostFinance-Arena zum Cup-Halbfinal zwischen dem SC Bern und den ZSC Lions – wie bereits vor einem Jahr. Damals hat der SCB mit 2:1 gewonnen. In dieser Saison haben aber die ZSC Lions aktuell 17 Punkte mehr auf dem Konto. Wie sehen Sie Ihre Chancen in dieser Cup-Halbfinalpartie?
Sicher 50:50. Wir sind ihnen sicher ebenbürtig. Wir konnten bereits Zug im Cup-Achtelfinal bezwingen, das mit den ersten zwei oder drei Teams vorne mitmischt. Wir versuchen, den Heimvorteil zu nützen, hoffen wieder auf gute Unterstützung durch die Fans und den Einzug ins Finale wie letztes Jahr.

Falls der SCB in den Cupfinal einzieht und Sie sich aus den verbleibenden Halbfinalteams einen Gegner aussuchen könnten. Wieso wäre es der Lausanne HC oder wie letztes Jahr die Kloten Flyers?
Das spielt eigentlich keine Rolle. Wichtig ist, Zürich zu schlagen und dann weiter zu schauen. Welches Team nachher kommt, spielt keine Rolle. Da versuchen wir alles um zu gewinnen, egal wie der Gegner heisst.

Von Roman Badertscher