Laurent Meunier voller Tatendrang gegen Servette

14.10.2016

Laurent Meunier geizt nicht mit Lob über Genf-Servette, den ersten Schweizer Club für den er das Trikot trug. Es ist bereits zehn Jahre her, doch der französische Stürmer, der bald seinen Schweizer Pass erhalten dürfte, verspürt nichts als Vorfreude auf den 25. Oktober. Dann möchte er den HC La Chaux-de-Fonds zum Sieg gegen seinen früheren Club führen im Achtelfinale des Swiss Ice Hockey Cups.

Letzte Saison scheiterte der HC La Chaux-de-Fonds im Playoff-Viertelfinale an den späteren NLB-Meister HC Ajoie, nun möchte man einiges wiedergutmachen. Die Botschaft kam bei den Spielern in der Eishalle Les Mélèzes an, die seit dem Saisonstart eine Hauptrolle in der Tabellenspitze spielen. «Bis jetzt ist es für uns ziemlich gut gelaufen, aber wir sind erst am Anfang. Die Niederlage, die wir am 8. Oktober daheim gegen die GCK Lions erlitten in einem Spiel, das wir hätten gewinnen müssen, erinnert uns daran, dass wir uns absolut nicht zurücklehnen dürfen», erklärt Laurent Meunier.

Der französische Stürmer weiss, wovon er spricht. Als 37-Jähriger hat er schon einige Saisons durchgemacht. Trotzdem begann die Spielzeit 2016/17 auf seine eigene Weise für den Mann aus Grenoble. Er wartet derzeit auf seinen Schweizer Pass, den er ursprünglich hoffte vor dem Saisonstart zu erhalten, und gilt somit weiterhin als Ausländer. Auf einmal musste er mit Dominic Forget und Henrik Eriksson um die beiden Ausländerplätze kämpfen, während Benoît Mondou weiterhin ausfällt. Die erlitte Verletzung Erikssons nimmt dem Trainer momentan die Entscheidung ab.

Die Situation dürfte sich aber bald ändern. In Kürze wird der mit einer Schweizerin verheiratete Meunier – «eine echte Genferin», wie er anfügt – als Schweizer Spieler gelten und das Ausländerkontingent nicht mehr belasten. «Die momentane Situation ist schwierig», gesteht er, «aber ich habe keine andere Wahl als den definitiven Entscheid der Bundesbehörden abzuwarten.» Es braucht noch einen Stempel und dann kann alles schnell gehen. «Das kann sich sehr schnell klären, hoffentlich so schnell wie möglich», sagt er.

«Es fehlt nur ein Titel in Genf»

Meunier, einer der Torschützen in der ersten Cup-Runde beim 5:1-Sieg in Sierre, möchte die Siegerstrasse nicht verlassen. Er und sein Club möchten in diesem Wettbewerb so weit wie möglich kommen. «Letzte Saison wurden wir im Penaltyschiessen in derselben Halle von einem anderen Gegner aus der NLA, dem HC Ambrì-Piotta, ausgeschaltet. Wir wissen, dass alles möglich ist, wenn es uns gelingt lange im Spiel zu bleiben», blickt er in die Zukunft.

Um die Adler herauszufordern, werden die «Bienen» aus La Chaux-de-Fonds selbstverständlich auf die Unterstützung ihres Publikums setzen können. «Wir spielen daheim und ich hoffe, dass die Halle voll sein wird. Wir haben es nötig unser Publikum im Rücken zu spüren um einen Exploit zu schaffen», sagt Meunier, der den Cup sehr schätzt. «In Frankreich existiert er schon länger. Es ist interessant, es bringt etwas anderes in den Alltag der Liga. Meiner Meinung nach ist es eine gute Förderung für das Schweizer Eishockey. Wir haben gesehen, dass viele Dinge geschehen können in einem Spiel und dass keine Mannschaft sich sicher fühlen kann», erklärt der baldige Schweizer.

Die Genfer kennt Laurent Meunier bestens. Zwischen 2006 und 2008 bestritt er 81 Spiele für die Mannschaft von Chris McSorley und holte 57 Punkte. Nach einigen Spielen mit Lausanne, einer Saison in Fribourg und einer weiteren in Schweden bestritt er 2010/11 zwei weitere Spiele im Trikot der Adler bevor er erstmals in La Chaux-de-Fonds landete. Es folgten fünf Saisons in Deutschland bei den Straubing Tigers bevor er 2015 in den Neuenburger Jura zurückkehrte.

«Genf-Servette ist ein Club, der mir viel bedeutet. Ich kenne nicht wenige Leute dort unten», sagt der französische Nationalstürmer. Darunter auch Chris McSorley. «Die Arbeit, die er in all diesen Jahren gemacht hat, ist absolut unglaublich. Aus einem NLB-Club machte er in Genf eine Top-4-Mannschaft der NLA. Es fehlt dem GSHC bloss ein Titel, um dorthin zu gehören», sagt ein bewundernder Meunier, der aber auch realistisch bleibt: «Um dort hinzugelangen braucht Genf eine neue Eishalle!»


Heim-WM am Horizont

Während Meunier momentan an den Cup und die NLB denkt, wird er in einigen Monaten auch eine andere Beschäftigung haben: Die WM 2017 findet in Frankreich und Deutschland statt. In der Gruppe in Paris werden die Franzosen unter anderem auf die Schweiz treffen. «Es ist ein super Event für das französische Eishockey. Wir werden in Paris sein in einer renovierten Halle. Es liegt uns wirklich am Herzen, dem Publikum unser bestes Gesicht zu zeigen. Wir hoffen, dass dadurch ein grösseres Publikum das Eishockey entdecken wird.»

In der Warteschleife für einen Schweizer Pass, an der Tabellenspitze der NLB, eine vielversprechende Cup-Paarung und als Krönung die Heim-WM zum Abschluss – das Leben des Laurent Meunier ist definitiv voll im Fluss.

Von Christian Kobi