Der Ehrgeiz stieg von Spiel zu Spiel

05.02.2015

Der erste Schweizer Cupfinal seit Jahrzehnten steht bevor: Am nächsten Mittwoch, 11. Februar 2015 wird der SC Bern die Kloten Flyers zum Showdown empfangen. Die Meisterschaftstabellen würde die Bären zum Favoriten erklären. Und auch in der Direktbegegnung gegen Kloten führt der SCB. In einem Spiel bedeute das aber nichts, sagt SCB-Verteidiger Eric Blum.

32 Teams waren es zu Beginn. Nur noch zwei sind übrig. Die Kloten Flyers. Und der SC Bern. Auf ihrem Weg in den Final haben sie sich gegen vier Gegner erfolgreich gewehrt und können nun den ersten Cupsieg im neuen Hockeyzeitalter erringen. Während die Klotener gegen Dübendorf (6:1), Biel (2:1), Ambri (4:2) und Genf-Servette (2:1) gewannen, besiegte der SC Bern den EHC Thun (7:1), Lugano (3:2 n.V.), die SCL Tigers (4:1) und die ZSC Lions (2:1). Nun endet die Reise mit dem Highlightspiel im grössten Eishockeystadion der Schweiz vor einer traumhaft grossen Kulisse.

Vorteile liegen beim SC Bern

Es ist aber nicht nur der Heimvorteil, welcher der SC Bern in die Pole-Position zum Sieg bringt. Die Berner sind in der Meisterschaft besser klassiert und haben gegen die Kloten Flyers die bessere Bilanz in der Direktbegegnung. Eric Blum will von einer Favoritenposition jedoch nichts wissen. „Die Kloten Flyers haben ohne Frage das Zeug, uns in einem einzelnen Spiel zu bezwingen. Da hilft uns die Tabelle und der Heimvorteil nicht viel“, sagt Blum. Man müsse zwar nirgendwo hinreisen und könne in der heimischen Kabine bleiben. Letztlich sei es nach dem ersten Puckeinwurf aber nur ein weiteres Spiel. „Ich bin mir sicher, dass es eine intensive und spannende Partie geben wird. Die Tagesverfassung wird entscheidend sein“, so der SCB-Verteidiger. Sicher sei im Voraus einzig, dass sich der SC Bern aufgrund der Tabelle nicht in falscher Sicherheit fühlen werde.

Ein Schläfchen und die Gitarre

Für Eric Blum wird es nicht der erste Final in einem KO-Turnier sein. Der 28-Jährige spielte mit der Schweizer Nationalmannschaft bereits im WM-Final mit und selbst da sei die Vorbereitung dieselbe wie vor jedem Spiel gewesen. Für den Cupfinal bedeute das, dasselbe System beizubehalten. „Ein Ritual gibt es bei mir nicht. Wir machen das Warmup und essen danach. Ich persönlich lege mich dann noch etwas hin und spiele ein bisschen Gitarre“, verrät der Teilzeit-SCB-Captain.

Und dennoch wird die Partie speziell sein, denn letztlich ist es ein Final. Und Blum wird dabei ausgerechnet auf seine alten Kollegen aus Kloten treffen. „Ich denke nicht, dass die Begegnung an sich speziell sein wird. Ich habe schon in der Meisterschaft gegen meine Kollegen gespielt. Aber die Affiche wird es bestimmt sein.“

Sieg könnte viel auslösen

Letztlich geht es darum, etwas zu gewinnen. Und Eric Blum selbst würde nur zu gerne und mit Stolz diesen Erfolg in der eigenen Biographie eintragen. „Ein solcher Sieg könnte viel auslösen. Das wäre sicherlich ein tolles Erlebnis und würde uns auch für die Meisterschaft pushen“, ist der gebürtige Pfaffnauer (LU) sicher.

Schade sei einzig, dass nach einem allfälligen Titelgewinn die Zeit zum Feiern knapp ist. Nur zwei Tage nach dem Finalduell wird die NLA ihren Spielbetrieb wieder aufnehmen. Aber: „Wir hatten keinen einfachen und lockeren Weg bis hierhin“, sagt Blum und verweist auf die „speziellen, interessanten und harten Spiele“ vor dem Final. Gerade dadurch sei der Wille auch gewachsen, diesen Pokal zu gewinnen. „Der Ehrgeiz diesen Titel zu gewinnen ist von Spiel zu Spiel gestiegen. Es ist logisch, dass wir auch den Final gewinnen wollen.“  

Leroy Ryser