Gobbi: „Der Cupfinal soll ein Hockeyfest werden”

25.01.2016

Lausanne-Captain John Gobbi trug während eineinhalb Saisons auch das Trikot der ZSC Lions ehe der Verteidiger anschliessend an seinen Stammklub Ambrì-Piotta ausgeliehen wurde. Seit der Saison 2013/14 spielt er beim Lausanne HC und wuchs dort zu einem der Leistungsträger.

Vor seinem Wechsel in die Limmatstadt war Gobbi während sieben Jahren ein Leader bei Genf-Servette. Auch wenn es ihm bei den ZSC Lions nicht nach Wunsch lief, zieht er aus seinem Gastspiel nicht ein negatives Fazit. „Ich kann nur Gutes über die ZSC Lions sagen. Sie sind ein grosser Verein, der gut organisiert ist mit einer starken Mannschaft. Ich habe den Meistertitel 2011/12 gewonnen, dies kann mir keiner nehmen“, so Gobbi. „Ich habe mich zum falschen Zeitpunkt verletzt und mit dem grossen Konkurrenzkampf war es nachher schwierig in die Mannschaft zurückzukehren. Ich war meistens der siebte Verteidiger.“


Nach der schwierigen Zeit bei den ZSC Lions war der Wechsel von den Zürcher zu den Lausanner Löwen wohl die richtige Entscheidung. Unter Trainer Heinz Ehlers erhält Gobbi viel Eiszeit und spielt sowohl in Unterzahl wie auch im Powerplay.


Gobbi: „Es ging einfach darum meine Karriere neu zu lancieren. Während einer Karriere läuft nicht immer alles wie geplant. Dass es in Zürich nicht gewünscht klappte, war am Schluss eine Summe vieler Faktoren.“


Aber kehren wir von der Vergangenheit zurück in die Gegenwart und diese sagt, dass der LHC am 3. Februar die Chance hat nach sieben NLB-Meistertiteln und einem in der 1. Liga, die bisher wichtigste Trophäe in der Vereinsgeschichte zu gewinnen.


„Wie ich schon vor dem Halbfinale gesagt habe. Wir können mit einem Sieg Geschichte schreiben. Schon der Vorstoss ins Finale ist ein grosser Erfolg, doch wir wollen natürlich mehr. Für einen kleinen Verein wie der LHC ist dies eine einmalige Chance. In den Playoffs brauchst du zwölf Siege um ans Ziel zu kommen, hier reichen fünf um den Traum zu verwirklichen.“


Nach dem Viertelfinale gegen Fribourg-Gottéron und dem Halbfinale gegen die Kloten Flyers hofft man nun auch auf ein volles Haus, wenn es gegen die ZSC Lions um die Trophäe geht.


„Für mich persönlich war der Cup in den letzten zwei Jahren enorm wichtig. Klar ist, dass wir hier von einem neuen Wettbewerb sprechen, der neu lanciert wurde. Die Leute müssen sich erst wieder daran gewöhnen. In ein paar Jahren wird der Stellenwert des Cups wohl viel höher sein“, sagt Gobbi.


„Ich bin mir sicher, dass wir diesmal vor einer vollen Hütte spielen werden. Der Cupfinal ist in der Stadt in den letzten Wochen ein grosses Thema gewesen, auch wenn wir genau wissen, dass wir gegen die Lions – für mich persönlich die beste Mannschaft der Liga – als Aussenseiter ins Spiel gehen. Die Partien in der Meisterschaft waren alle hart umkämpft, aber mit unseren tollen Fans im Rücken können wir die Sensation schaffen. Ich hoffe, dass wir bis dahin auch ein paar unserer verletzten Spieler zurück haben werden, was unsere Chancen noch erhöhen würde. Am 3. Februar wird die Patinoire de Malley beben.“ 


Diese Saison haben die ZSC Lions die ersten drei Direktbegegnungen in der NLA jeweils knapp gewonnen, bei der „Hauptprobe“ am 15. Januar setzten sich hingegen die Waadtländer nach Penaltyschiessen durch. Auch in den beiden Jahren zuvor war die Bilanz ausgeglichen mit leichten Vorteilen für die ZSC Lions, wobei vor allem die Viertelfinal-Serie im März 2014 in Erinnerung blieb als der Aussenseiter Lausanne den grossen ZSC zu sieben Spielen zwang und sich die Zürcher vor heimischem Publikum mit einem 1:0-Sieg durchsetzten.


Dass es auch diesmal eine spannende und knappe Angelegenheit wird, dafür werden die starke Abwehr um Gobbi und der starke Lausanner Torhüter Cristobal Huet sorgen wollen.

Von Maurizio Urech