Ex-Bianconeri in gelb-blau

21.10.2016

© SC Langenthal

Am 25. Oktober kommt es im Schoren zum Cup-Kracher zwischen dem SC Langenthal und dem HC Lugano. Wir sprachen darüber mit dem Sportchef der Oberaargauer, Noël Guyaz, der eine Vergangenheit mit den Tessinern hat.

Noël Guyaz, Sie haben mit dem HC Lugano die letzten zwei Meistertitel gewonnen 2002/03 und 2005/06. Welche Erinnerungen haben Sie an diese besonderen Momente?
Die zwei Meistertitel mit dem HC Lugano waren sicher Highlights in meiner Karriere. Uns wurde nichts geschenkt. Im ersten Finale lagen wir schon 0:2 hinten und drei Jahre später lagen wir in den Viertelfinals gegen Ambrì-Piotta sogar mit 0:3 im Hintertreffen bevor wir dann die Serie noch drehen konnten. Aber wir waren eine verschworene Gemeinschaft auf und neben dem Eis und dies war sicher der Hauptgrund dafür, dass wir jeweils auf die Rückschläge reagieren und am Schluss triumphieren konnten.

Seit drei Jahren sind Sie jetzt Sportchef beim SC Langenthal. Wo haben Sie versucht den Hebel anzusetzen?
In der Schorenhalle haben wir versucht einiges zu optimieren und es wurden auch Umbauarbeiten realisiert. Beim Staff haben wir einen Schritt vorwärts gemacht mit der Einstellung eines Physiotherapeuten der zu 100 % arbeitet und auch im Office-Bereich hat sich vieles geändert. Sportlich gesehen wollen wir attraktives und schnelles Eishockey spielen aus einer gesicherten Defensive heraus.

Es gab eine wichtige Mutation im Kader, der langjährige Stammgoalie Marc Eichmann ist zurückgetreten. Es ist wohl keine leichte Aufgabe für seinen Nachfolger Marco Mathys in die Fussstapfen des wohl besten Goalies der NLB zu treten.
Er erhielt ja schon letztes Jahr Spielpraxis, dieses Jahr startet er erstmals als Stammgoalie und muss sich beweisen – eine Umstellung und gleichzeitig eine Herausforderung für ihn. Mit dem Saisonstart sind wir zufrieden, die Mannschaft ist noch in einem Findungsprozess und hat sicherlich noch Steigerungspotential nach oben.

Ihr habt treue Fans, die immer zahlreich zu euren Heimspielen erscheinen. Darf man für diese attraktive Partie auf ein ausverkauftes Haus hoffen?
Dies stimmt, auf unsere Fans ist Verlass. Letztes Jahr hatten wir mit dem SCB schon einen attraktiven Gegner empfangen und an der Sensation geschnuppert. Auf den HC Lugano sind wir noch nie getroffen. Die Bianconeri sind ein neuer Gegner und dies macht es auch für unsere Fans besonders interessant. Wir wissen genau, dass es für uns ganz schwierig wird. Wir sind in dieser Begegnung ganz klar der Underdog, Lugano hat mit seinen Nationalspielern und Ausländer eine ganz starke und attraktive Mannschaft. Doch in einer Partie ist immer alles möglich.

Wie sieht eure Vorbereitung auf dieses Spiel aus? Mit den Fernsehbildern werdet ihr euch sicher den Gegner anschauen und studieren.
Dies gehört zur Matchvorbereitung. Unser Coach hat die Bianconeri auch zweimal im Derby gegen Ambrì-Piotta und beim Heimspiel gegen den EHC Biel live gesehen und sich entsprechende Notizen gemacht. Doch für die nächsten Tage sind wir zuerst auf die Meisterschaft fokussiert, erst ab Sonntag, 23. Oktober wird die Cuppartie im Mittelpunkt stehen.

Speziell ist auch, dass Sie einige Spieler im Schoren begrüssen werden mit denen Sie in Lugano gewonnen haben.
Genau. Im aktuellen Kader stehen mit Ryan Gardner, Raffaele Sannitz, Julien Vauclair und Sébastien Reuille – mit ihm habe ich auch in Rapperswil zusammengespielt – noch vier Spieler des Meisterteams. Dazu kenne ich auch Alessio Bertaggia, da ich ja zusammen mit seinem Vater Sandro bei Lugano spielte.

Abschliessend dürfen wir sicher sagen, dass ihr euch auf ein richtiges Eishockeyfest am 25.10. freut.
Dies kann ich so unterschreiben. Wer ein Saisonabo besitzt hat ein Vorkaufsrecht. Ich bin mir sicher, dass sich unsere Fans diesen Leckerbissen nicht entgehen lassen werden und dass wir wie letztes Jahr gegen den SCB vor vollem Haus (4500 Zuschauer) spielen werden.

Von Maurizio Urech