Die ZSC Lions sind Cupsieger 2015/16

03.02.2016

Dank einer abgeklärten Leistung besiegten die Favoriten aus Zürich den Lausanne HC 4:1 und gewannen damit dem Cup. Die Gastgeber boten zwar kämpferisch eine gute Leistung, doch spielerisch konnten sie die ZSC Lions nie in Schwierigkeit bringen.

„Ich glaube wir haben sie im ersten Drittel ziemlich dominiert. Im letzten Abschnitt kontrollierten wir die Partie über weite Strecken“, sagte der ZSC-Stürmer Luca Cunti nach dem Cupsieg. „Lausanne probierte es vor allem mit Weitschüssen, ein paar Ablenker waren gefährlich, daher war das Spiel bis fast am Schluss offen. Wir haben unseren Plan durchgezogen, auch wenn wir auswärts spielen mussten und konnten am Schluss den Pokal in die Höhe stemmen. Es ist ein erster Erfolg für uns, der uns Schwung für die restliche Saison geben wird.“

Sowohl bei den ZSC Lions wie auch beim Lausanne HC gab es keine grossen Überraschungen in der Mannschaftaufstellung für den mit Spannung erwarteten Cupfinal. Bei Lausanne war Louis Leblanc überzählig, der verletzte Dario Trutmann wurde durch Philipp Rytz ersetzt. Bei den ZSC Lions war es Marc-André Bergeron, der über die Klinge springen musste.

Vor ausverkauftem Haus und einer tollen Stimmung versuchten die Gäste sofort das Spieldiktat zu übernehmen. Luca Cunti hatte nach einem abgelenkten Schuss die erste Chance, doch er brachte die Scheibe aus kürzester Distanz nicht an Cristobal Huet vorbei. Auf der Gegenseite hätte Alain Miéville beinahe von einem Fehler des ZSC-Torhüters Niklas Schlegel profitiert, doch zusammen mit seinen Verteidigern konnte er die heikle Situation bereinigen. Roman Wick versuchte es ohne Erfolg mit einem „Buebetrickli“.

Nach einem Bully im Offensivdrittel verlor Matteo Nodari das Gleichgewicht und die Gäste kamen zu einer Zwei-gege-eins-Situation, die Jan Neuenschwander zum Führungstreffer ausnutzte. Beim ersten Powerplay der Gäste lancierte Mathias Seger seinen Teamkollegen Wick, doch der scheiterte an Huet. Der Goalie der Waadtländer war weiterhin im Mittelpunkt, Pius Suter und Ryan Keller hätten beinahe noch einen zweiten Treffer draufgesetzt.

Das Mitteldrittel begann mit einem Knalleffekt. Beim ersten Angriff der Gäste prallte die Scheibe zurück auf den Stock von David Rundblad, der nach 34 Sekunden zum 0:2 traf. In der 24. Minute kam auch der LHC zu seinem ersten Powerplay, das druckvoll aufgezogen war. Nach einem Weitschuss von Nicklas Danielsson stand Harri Pesonen goldrichtig um den Anschlusstreffer zu schiessen und schon kehrte die Stimmung in der Eishalle Malley zurück. In der Schlussphase des Mitteldrittels kamen beide Mannschaften zu Powerplays, doch die Lions waren harmlos, während die Waadtländer zu einer Chance durch einen Ablenker von Miéville kamen.

Im Schlussdrittel konnte sich keine der beiden Mannschaften einen Vorteil erspielen. Wick hatte die einzige reelle Torchance, die Lausanner versuchten es immer wieder mit Weitschüssen, die jedoch keinen Erfolg brachten. Als Lausannes Trainer Heinz Ehlers alles riskierte und den Torhüter zugunsten eines sechsten Feldspielers rausnahm, kombinierten sich Auston Matthews und Reto Schäppi durch und letzterer traf zum 1:3. Nilsson setzte 25 Sekunden vor Schluss noch den Schlusspunkt mit dem vierten Treffer für die Stadtzürcher.

Es war ein verdienter Sieg der ZSC Lions, die sich damit die erste Trophäe dieser Saison sicherten und den dritten Cupsieg der Clubgeschichte, auch wenn man bei den Gästen nicht immer das Gefühl hatte, dass sie nicht immer gezwungen waren, 100 Prozent ihres Talents abrufen zu müssen, doch es reichte trotzdem zu einem souveränen Sieg. Trotz der Niederlage verabschiedeten die Lausanner Zuschauer ihr Team mit viel Applaus.

„Es ist immer schwierig gegen eine Mannschaft wie die ZSC Lions zu spielen. Wir waren nahe dran, aber am Schluss stehen wir doch mit leeren Händen da“, sagte der Lausanne-Torhüter Cristobal Huet. „Ich glaube wir müssen uns nichts vorwerfen. Wir haben gegen einen besseren Gegner verloren, der ganz einfach cleverer war und die entscheidenden Treffer geschossen hat, aber für unsere Mannschaft ist dieser Cupfinal sicherlich eine positive Sache. Doch ab jetzt gilt unsere volle Konzentration wieder dem Strichkampf.“

Von Maurizio Urech