Derby-Affiche für ein zweites Cupmärchen?

12.12.2014

Simon Moser im SCB Kraftraum

Am nächsten Montag, 15. Dezember werden die SCL Tigers zu Hause den SC Bern empfangen. Den beiden Teams steht ein Cup-Event der Extraklasse bevor. Gerade Simon Moser und Martin Stettler werden sich besonders darauf freuen. Sie haben bereits in beiden Trikots gespielt.

Adventszeit – von wegen! Im Emmental sorgt ein ganz anderer Event für eine riesengrosse Vorfreude. Es ist der Cupknaller zwischen den SCL Tigers und dem SC Bern. Die Tickets für die Partie vom 15. Dezember sind längst ausverkauft und weil die Langnauer in der Liga derzeit nach fordernden Gegnern vergeblich suchen, fiebern die Fans diesem Abend längst entgegen. Für den NLB-Leader könnte es ein echter Stärketest werden, während es für das NLA-Spitzenteam ein schwer zu erringender Pflichtsieg sein dürfte. Die eine Liga Unterschied sollte die Partie eigentlich entscheiden. Auch wenn die Chancen auf ein Cup-Märchen noch nie grösser waren. 

Ausverkaufte Halle, tolle Derbystimmung

Für je einen Spieler auf beiden Seiten dürfte diese Partie besonders speziell sein. Martin Stettler, Verteidiger und Captain der SCL Tigers, spielte bereits in Bern, Simon Moser, Stürmer des SC Bern, entstammt der Langnauer Talentschmiede und spielte mehrere Jahre für die Tigers.

„Ich kenne immer noch viele Spieler vom Berner Team. Daher wird das schon sehr speziell für mich“, sagt Martin Stettler. Gerade mit Pascal Berger habe er noch sehr engen Kontakt und als das Los der beiden Teams bekannt wurde, habe ihm Berger beim Zügeln geholfen.

„Wir hatten grosse Freude gegeneinander spielen zu können. Vor allem dachte ich auch gleich an eine ausverkaufte Ilfishalle und eine tolle Derbystimmung“, sagt Stettler weiter. In einer solchen Affiche brauche es keine Motivationsversuche vom Trainer. „Nach der Auslosung war der Cup einige Tage auch in der Kabine ein Thema. Wir freuen uns sehr auf diese Partie.“

Stettler hat bereits die Derbys erlebt, als die Tigers noch in der NLA waren. Dabei spielte der heute 30-Jährige bereits auf beiden Seiten. „Es ist noch ein bisschen spezieller, weil wir damals vier oder sogar sechs Mal gegeneinander in der Meisterschaft antraten. Dieses Mal ist es nur die eine Partie. Und gerade weil es nur ein einzelner Auftritt ist, rechnet Steiner sich und dem Team Chancen zu. „Wir haben den Heimvorteil und haben nichts zu verlieren. Zudem glaube ich nicht, dass sie stark überlegen sein werden“, sagt Stettler. Entsprechend gerne würde er denn auch den grossen Coup landen.

Langnau ist ein Supplement

Dies will Simon Moser verhindern. Er ist ein Ur-Langnauer und ist dem Emmental weiterhin sehr verbunden. Dies ist aber kein Grund, die Gegner passieren zu lassen. „In der KO-Phase ist man immer motiviert. Und deshalb freue ich mich auch sehr auf diese Partie“, erklärt Moser. Er freue sich nach seinen Verletzungen besonders darauf, endlich mit dem SC Bern auch im Cup eingreifen zu können. Schon vor der Saison betonte er, dass er diesen Wettbewerb gut finde. „Es ist toll, mit dem SCB im Viertelfinal zu stehen. Dass der Gegner Langnau heisst, ist für mich eine Zugabe.“

Für Moser, der in seinen 25 Lebensjahren die grösste Zeit im Langnauer Dress auflief, ist es auch eine Rückkehr in die Ilfishalle. Nach dem Abstieg vor anderthalb Saisons wechselte er zum SCB und spielte teilweise in Nordamerika. „Das wird ein emotionaler Moment“, sagt der SCB-Stürmer. „Ich werde viel darauf angesprochen. Die Vorfreude ist also gross, aufgeregt bin ich auch ein bisschen. Aber die Nervosität habe ich meistens im Griff.“

Zweites Cupmärchen nach Visp?

Auch für Moser ist klar: Gewinnen müsste dieses Duell der SCB. Unterschätzen werde man den Gegner nicht, immerhin seien die Tigers in der NLB derzeit überlegen. Aber: „Unsere Einzelspieler sind in fast jeder Hinsicht besser und das müssen wir im Kollektiv ausnutzen können“, erklärt Moser. Das Tempo der NLA sei höher und das müsste zum Sieg verhelfen.

Und dennoch: Es wäre keine interessante Affiche, gäbe es da nicht den kleinen Hauch von Hoffnung für den Underdog. So oder so besteht kein Zweifel, dass am Abend des 15. Dezembers die Ilfishalle beben wird. Die Langnauer Fans werden die eigene Mannschaft mächtig anfeuern und vielleicht können dann nach dem EHC Visp auch die SCL Tigers ein Cup-Märchen schreiben.

Leroy Ryser