Bern feiert

12.02.2015

Vor 43 Jahren fand der letzte Cupfinal statt. Damals siegte Genf-Servette gegen Ambrì-Piotta. Am gestrigen Abend war es nun endlich wieder soweit und der SC Bern spielte zu Hause gegen die Kloten Flyers. Der Gastgeber gewann verdient 3:1 und holte damit die neue Trophäe.

Am Dienstagnachmittag konnte der SC Bern verkünden: Ausverkauft. Damit war bereits vor dem Beginn der Finals klar, dass 17131 Zuschauer in der PostFinance-Arena und viele weitere an den Bildschirmen das Spektakel verfolgen würden. Auch das Medieninteresse war gross und jener Sektor bis zum letzten Platz gefüllt. Dies liess auf einen stimmungsvollen Abend hoffen, wäre da nur nicht die Panne der Kloten Flyers auf dem Weg zum Cup-Finale gewesen. Dadurch verzögerte sich der Spielbeginn um 15 Minuten und die Vorbereitung war für die Flieger nicht gerade optimal.

Dieser spätere Beginn tat dem Spiel indes gut. Von Beginn an waren beide Team bereit. Anders als im letzten Aufeinandertreffen vor knapp zwei Wochen fand der Gastgeber rasch in das Spiel und war die etwas aktivere Mannschaft. Die Berner hatten durchaus Möglichkeiten das Spiel bereits in den ersten Minuten in die für sie richtige Bahnen zu lenken. Martin Gerber hielt jedoch seinen Kasten lange rein.  Vor allem im Powerplay des Gegners liess Gerber seine Klasse aufblitzen. Dieses aber war gestern Abend nicht besonders gut beim Gastgeber. Aus den ersten beiden Möglichkeiten schauten gerade mal vier Schüsse heraus.

Fünf Minuten für drei Tore

Spielten die Flyers beim letzten Besuch in Bern den Gastgeber an die Wand, so waren es die Berner, welche das Score in der 19. Minute zu ihren Gunsten eröffnete. Bud Holloway verwertet ein gewonnenes Bully von Martin Plüss zum Führungstreffer. Gerber konnte nichts dagegen unternehmen und sah den Schuss über seine rechte Schulter ins Tor flitzen.

Nach der Pause erhöhte Bern den Druck und konnte innerhalb von eine Minute auf 3:0 erhöhen. Beim ersten Treffer konnte der Klotener Schlussmann nichts gegen an Abpraller, welcher Simon Moser verwertete, unternehmen. Beim dritten Treffer ging die Scheibe zuerst an den Innenpfosten und danach via Gerbers Schlittschuh ins eigene Tor. War dies nach 24 Minuten die Entscheidung?

Bertschy mit Hüftverletzung out

Nachdem die Berner nun mit drei Toren in Front lagen, versuchten die Kloten Flyers mit mehr Härte in das Spiel zurückzufinden. Dies spürte in der 30. Minute Christoph Bertschy. Nach einem Rencontre zwischen Patrick von Gunten und ihm musste der Berner mit Verdacht auf eine Hüftverletzung ausscheiden. Laut ersten Diagnosen droht ihm das Saisonende.

Bern versuchte nun, die Flyers noch mehr unter Druck zu setzen. Einen weiteren Treffer konnten die Gastgeber aber nicht erzielen.  Kloten seinerseits konnte in der 50. Minute durch Robin Leone auf 1:3 verkürzen. Der SC Bern war nun gefordert und musste aufpassen, dass sie die Gäste nicht wieder ins Spiel kommen liessen. Kloten entwickelte nun mehr Druck, liess den Bernern kaum Platz auf dem Eis. Das Spiel wurde nun wieder umkämpfter und intensiver. Sean Simpson ersetze Martin Gerber kurz vor Ende der regulären Spielzeit durch einen sechsten Feldspieler und bezog noch sein Time-out. Doch all diese Massnahmen halfen nichts. Die Berner vermochten das Spiel und den Cup-Titel für sich zu sichern.

„Beide Teams waren nervös“

Nach dem Spiel meinte Sven Leuenberger, Sportchef des SC Bern, dass beide Teams zu Beginn des Spiels nervös waren. Dies legte sich aber fortwährend.

„Am Ende war dann unsere Mannschaft diejenige, welche die etwas feinere Klinge führte“, sagte Pascal Berger, der Berner Powerstürmer, nach dem Sieg sichtlich erleichtert.

„Wir sind froh, konnten wir den Cup für uns entscheiden. Nach 43 Jahren Unterbruch wurde endlich wieder ein Cup gespielt. Für uns war es nicht immer einfach. Dennoch haben wir uns sehr gut auf diese Spiele vorbereitet.“

Ryan Gardner fügte an, dass sich der Sieg im Cup nun hoffentlich auch auf die Meisterschaft auswirken werde.

Enttäuschung machte sich bei der Zeremonie dagegen bei den Gästen aus der Flughafenstadt breit. Das Team von Sean Simpson hatte sich sicher mehr erhofft nach zuletzt aufsteigender Tendenz. Am Ende bleibt ihnen aber nur, dass die Mannschaft für den Schlussspurt wieder neue Moral tanken konnte.

Telegramm:

Bern - Kloten Flyers 3:1 (1:0, 2:0, 0:1)

PostFinance-Arena, Bern. - 17'131 Zuschauer (ausverkauft). - SR Kurmann/Massy, Fluri/Kaderli.

Tore: 18:30 Holloway (Plüss) 1:0. 22:17 Moser (Ritchie) 2:0. 23:10 Scherwey 3:0. 49:47 Leone (Stancescu, Dupont) 3:1.

Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen Bern, 4-mal 2 Minuten gegen Kloten.

Bern: Bührer; Jobin, Furrer; Beat Gerber, Blum; Krueger, Gragnani; Flurin Randegger; Bertschy, Plüss, Scherweys; Rüfenacht, Gardner, Joensuu; Holloway, Ritchie, Moser; Pascal Berger, Reichert, Alain Berger; Loichat.

Kloten Flyers: Martin Gerber; von Gunten, Back; Dupont, Vandermeer; Schelling, Frick; Gian-Andrea Randegger; Guggisberg, Bieber, Bodenmann; Lemm, Mueller, Hollenstein; Stancescu, Liniger, Leone; Casutt, Kellenberger, Bühler; Praplan.

Bemerkungen: Bern ohne Kobasew (verletzt), Cloutier, Kreis und Müller (alle überzählig). Kloten ohne Jenni, Murray, Santala, Stoop und Andersson (alle verletzt). - Bertschy (Bern, 31.) und Lemm (Kloten, 55.) verletzt ausgeschieden (55.). - 58:14 Timeout Kloten. - Kloten von 57:38 bis 58:04 und ab 58:13 ohne Torhüter.

Urs Berger