Auston Matthews - ein Youngster geht seinen Weg

21.12.2015

Noch ist er erst 18 Jahre alt, doch in wenigen Jahren könnte er als bester Spieler gelten, der je im Swiss Ice Hockey Cup gespielt hat: der amerikanisch-mexikanische Stürmer Auston Matthews von den ZSC Lions.

Normalerweise sind die Nummer-1-Drafts Nordamerikaner, die aus kanadischen Juniorenligen oder amerikanischen College-Ligen kommen, oder Europäer, die auf ihrem Kontinent bereits als Profis gespielt hat. Weil Matthews ein paar Tage zu spät geboren wurde für den Draft 2015, hat er ein Angebot der ZSC Lions angenommen für ein „Brückenjahr“ in der Schweiz. Dank dem Engagement geht er nächstes Jahr mit der Erfahrung von Profi-Eishockey in Europa in die NHL.

In 22 NLA-Spielen kam Matthews auf 14 Tore und 11 Assists. Im Cup schoss der Center in drei Spielen vier Tore.

„Die NLA ist eine gute Liga und es macht Spass mit diesem Team zu spielen. Die ZSC Lions sind eine grossartige Organisation und bis jetzt hatte ich eine gute Zeit hier“, sagt der Stürmer. „Ich habe meinen Weg in die Schweiz nie bereut und glaube 100 Prozent daran, dass es das richtige für mich ist. Es ist eine gute Herausforderung. Die Spieler sind älter und reifer. Es ist definitiv härter zu spielen hier.“

In Zürich möchte er sich zum nächsten Level spielen vor seinem NHL-Debüt mit einem Team, das er spätestens im Sommer kennen wird, wenn er wohl als Nummer 1 dran kommt. Wo er landet, sei ihm egal, sagt er diplomatisch. Doch als Kind war er mit dem Kind der Phoenix Coyotes (heute Arizona Coyotes) in der Arena, fieberte Shane Doan und dem Ex-SCB-Stürmer Daniel Brière entgegen, während er sich selbst auf dem Eis versuchte. Egal ob in Arizona oder sonstwo – Matthews wird der erste NHL-Star des Wüstenstaats.

Vorbereitet wird er in Zürich von einem ehemaligen NHL-Trainer, Marc Crawford. Auch dies kommt ihm entgegen. „Das war sicher sehr wichtig. Er hat mir viel beigebracht. Er trainierte viele sehr gute Spieler und ich denke ich kann viel von ihm lernen“, sagt Matthews.

In der Schweiz kommt er auch mit Besonderheiten in Berührung. Der Cup ist eine davon. Als Top-Team gegen Unterklassige zu spielen ist in Nordamerika kaum denkbar. In der Schweiz ist dies mit der Einführung des Cups wieder möglich – ein Erlebnis, das auch Matthews schätzte. Beim 9:2-Auswärtssieg vor über 5000 Zuschauern beim Erstligisten EHC Chur schoss er sein viertes Saisontor. Auch beim 4:2-Heimsieg gegen die SCL Tigers und gleich doppelt beim 5:2-Heimsieg gegen den HC Ambrì-Piotta traf Matthews. In der Schweiz hat sich der 18-Jährige eingelebt.

Auch wenn man es ihm nicht ansieht, statt den Buritos bei seiner in der Schweiz nicht tätigen Lieblings-Fast-Food-Kette Chipotle gibt es nun Kebab um die Ecke. „Die sind auch ganz lecker. Und Fondue habe ich auch probiert“, fügt er an. „Es gibt viele gute Plätze hier, so dass ich nicht allzu viel vermisse. Zürich ist nun meine Stadt für ein Jahr und ich geniesse es sehr hier.“ Und weil seine Mutter zu ihm nach Zürich gezogen ist, klappts auch mit dem mexikanischen Essen.

Nun steht aber die Junioren-WM in Helsinki auf dem Programm. Und wie bei den ZSC Lions steckt er auch dort seine Ziele hoch. „Wenn man nicht erwartet, den Titel zu spielen, kann man genauso gut nicht spielen“, sagt er und fügt zum ZSC an: „Diese Organisation ist bekannt fürs Siegen und das ist es, was von uns erwartet wird.“